Februar: Fell- und Pfotenpflege

Muss für Hunde Naturkosmetik sein?

Hund im Schnee - Pfotenpflege im Winter
Shila im Schnee (© Foto: Anke Peters, www.fotografie-ankepeters.de)

In der heutigen hoch entwickelten Welt neigen auch Hundehalter dazu, ihre Tiere zu vermenschlichen. Regelmäßige Wellnessmassagen, trendige Sonnenbrillen oder strassbesetzte Mäntel für Hunde sind keine Seltenheit.

Gehört Naturkosmetik auch in diese Ecke? Ist das etepetete oder sinnvoll?

 

Bei der Recherche für "Grüner Hund" habe ich mich eingehend mit den konventionellen Hundeshampoos und den darin enthaltenen gefährlichen Inhaltsstoffen beschäftigt und meine Einstellung zur Naturkosmetik für Hunde revidiert. Diese lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Wir dürfen unsere Hunde keinen unnötigen Gefahren aussetzen. Chemisch belastete Hundeshampoos mit synthetisch hergestellten, aggressiven Inhaltsstoffen gehören zu klaren Gesundheitsrisiken.
  • Ein konventionelles Hundeshampoo, das mit köstlichem Blaubeer-Muffin-Aroma oder magischem Orangen-Duft wirbt, ist mehr etepetete als ein geruchsneutrales Naturkosmetik-Shampoo.

Es ist Deine Entscheidung, ob Du zertifizierte Naturkosmetik für Hunde, Bio-Pflegemittel - etwa die von Küstenseifen - oder regional hergestellte Hundeseifen - wie die von Joveg - wählst. Wichtig ist lediglich, dass Du Dich mit dem Thema beschäftigst und auch die Rückseite der Flaschen und Flacons studierst. Die Vorderseite bleibt schließlich mit ihren wohl klingenden Formulierungen immer verheißungsvoll. Die chemische Zusammensetzung zu verstehen ist zwar komplizierter als beim Hundefutter, das in der Regel eine allgemein verständliche Deklaration hat. Unsere Checkliste - exklusiv für Newsletter-Abonnenten - gibt Dir aber einen guten Überblick über gefährliche oder fragliche Substanzen.

 

Naturkosmetik für Hunde - ja oder nein?
Shampoo oder Seife - hauptsache Natur! ( © Zeichnungen: Mara Djalayer, www.aram-und-abra.de)

Hunde richtig baden

Die Meinungen darüber, wie oft ein Hund gebadet werden soll, gehen weit auseinander. Ich bin überzeugt, dass sich das Hundefell am besten von alleine reguliert und ein Bad nur dann nötig ist, wenn das Tier einen seiner Lieblingsdüfte "aufgetragen" hat: Aas, Gülle, Kot oder Moder. Zum Thema Baden, Scheren und Naturkosmetik befragen wir in unserem Blogbeitrag Franziska Knabenreich, die aus der VOX-Serie „hundkatzemaus“ bekannte Hundefriseurin. Berufsbedingt vertritt sie eine andere Meinung zum Thema Baden, hat aber auch stichhaltige Argumente.

Pfotenpflege im Winter

Neben dem Fell, das regelmäßig gebürstet werden soll, gehören vor allem die Pfoten zu den neuralgischen Körperstellen beim Hund. Besonders im Winter, wenn die Pfoten ständig niedrigen Temperaturen und Streusalz ausgesetzt sind, ist eine sorgfältige Pflege ratsam. Werden die Ballen trocken und rissig, sollen sie nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser gereinigt und eingefettet werden. Das Eincremen ist bei empfindlichen Ballen auch vor jeder Gassirunde sinvoll - ein fetthaltiger Balsam mit hochwertigen Ölen bildet eine wasserabweisende Schutzschicht und pflegt die beanspruchte Haut.

Kennst Du schon die Marke "Lila loves it"? Bei uns kannst Du sie mit ein wenig Glück ganz kostenlos kennenlernen - wenn Du an unserem Gewinnspiel teilnimmst:

Pfötchenpflege von "Lila loves it" und ein Pflegeset von "Küstenseifen" zu gewinnen
Pfötchenpflege "Lila loves it" & ein Pflegeset von "Küstenseifen"

Im Februar verlosen wir zwei Mal Pfotenpflege von "Lila loves it" sowie ein Pflegeset von "Küstenseifen", freundlicherweise von den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Um teilzunehmen kommentiere einfach - auf Facebook oder Instagram - unseren Beitrag "Gewinnspiel im Februar". Unter allen Kommentaren verlosen wir die Pflegeprodukte.

Das Gewinnspiel läuft vom 15. - 28.2.18

WUSSTEST DU....?

  • Anders als Menschen, die auf Fußsohlen laufen, sind Hunde Zehengänger: Sie laufen lediglich auf den Zehen und sind dadurch sehr wendig.
  • Hundeshampoos und Pflegeprodukte für Hunde unterliegen nicht der Kosmetikverordnung, sondern dem Wasch- und Reinigungsmitttelgesetz (WRMG) sowie der Detergenzienverordnung.
  • Viele gängige Hundeprodukte enthalten  Parabene und aggressive Tenside. Parabene sind chemische Konservierungsstoffe, die das Krebsrisiko erhöhen und Allergien auslösen können. Sie zählen zu den hormonell wirksamen Chemikalien. Synthetische Tenside haben entfettende und schaumbildende Wirkung und sind sehr günstig in der Herstellung. Sie können die Haut des Hundes stark austrocknen und allergische Reaktionen und Juckreiz auslösen.


Grüne Checkliste

Alle, die sich für unseren Newsletter registrieren, erhalten jeden Monat eine praktische Checkliste: Im Februar: die potenziell gefährlichen Inhaltsstoffe in Hundeshampoos.

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Drei Fragen an...

REINHARD KRINKE, den Eigentümer von "HUND & HERRCHEN"

Reinhard Krinke ist Geschäftsführer von "HUND & HERRCHEN", der ersten kontrollierten Naturkosmetik für Hunde in Deutschland. Die Marke wurde 2007 gegründet und setzt auf natürliche, umweltfreundliche und hautverträgliche Inhaltsstoffe.

Der Verfechter von Naturkosmetik für Hunde, Reinhard Krinke mit Chester
"Hund & Herrchen"-Chef Reinhard Krinke mit Chester

1. Braucht der Hund wirklich Naturkosmetik? Ist das nicht zu etepetete?
Dank natürlicher Wirkstoffe und Rezepturen ist Naturkosmetik wesentlich besser verträglich für die Haut des Hundes als konventionelle Hundekosmetik. Insbesondere im Reinigungsbereich bei sog. „Hundeshampoos“ sind die Unterschiede zu konventioneller Kosmetik gravierend. Anstatt Natur werden Chemikalien und Abfallprodukte aus der Mineralölindustrie zweitverwertet. Kaum zu glauben, aber in vielen konventionell hergestellten Hundeshampoos kommen aggressive Tenside, Paraffine und Silikone zum Einsatz. Diese wirken sich sowohl negativ auf das Atmungssystem der Hundehaut aus, als auch auf die eigene Regenerationsfähigkeit und die Regulation des Feuchtigkeitshaushalts. Auf diese Weise wird die Haut und das Immunsystem des Hundes regelrecht „geschwächt". Kosmetik mit natürlichen Inhaltsstoffen, also Naturkosmetik soll die Haut dagegen in ihrer natürlichen Regenerationsfähigkeit unterstützen und sie ins Gleichgewicht bringen.
Es ist auf keinen Fall etepetete, da das Produkt zusätzlich auf den pH-Wert der Hundehaut abgestimmt sein sollte und zum anderen sollten Unverträglichkeiten (Allergien) ausgeschlossen werden.
Beispielsweise durch den entsprechenden Verzicht von ätherischen Ölen und Duftstoffen.

 

2. Was ärgert Dich im Bereich der konventionellen Hundepflegemittel am meisten?
Gesetzlich betrachtet sind Naturkosmetik und konventionelle Kosmetik für Hunde gleichwertig. Produkte aus beiden Segmenten müssen nur entsprechend den Anforderungen der gültigen Gesetzgebung und Detergenzienverodnung entsprechen. Aus diesem Grund gibt es mehr Angebot als Nachfrage auf dem deutschen Markt. Viele greifen deshalb fälschlicherweise zu Hundeshampoos, die eigentlich dem Hund und dem Mensch eher schaden als baden.

3. Wie kann man als Nicht-Chemiker die INCI richtig lesen?
Der Begriff INCI steht für die englische Abkürzung International Nomenclature of Cosmetic Ingredients.
Sie bezeichnet die internationale Richtlinie für die korrekte Angabe der Inhaltsstoffe von Kosmetika und
ist in der EU seit 1997 für jedes Produkt gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist für Hundeshampoos und Pflegeprodukte für Haustiere nicht vorgeschrieben, kann jedoch freiwillig, zum Vorteil des Hundebesitzers ausgelobt werden. Die Angabe der Inhaltsstoffe nach der gesetzlichen INCI-Deklaration erfolgt immer nach absteigender Reihenfolge der Konzentration des Inhalts- oder Wirkstoffes in der Rezeptur: Was viel drin ist, kommt also ganz vorne zuerst. Es gibt jedoch einige Hersteller, die auf den Produkten nur die gesetzlich vorgeschriebene Detergenzienverordnung einhalten. Hier lässt sich nur erkennen, welche Tenside und ob Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthalten sind.


Die vorgestellten Marken sind keine Werbung, sondern eine persönliche Überzeugung. Wir bekommen weder Geld noch Sachpreise für die Erwähnung oder Empfehlung der Produkte.