November: Kotbeutel für Umweltbewusste

Umweltfreundliche Alternativen zu Plastiktüten

Bio-Plastik kann nicht in der Biomülltonne entsorgt werden, auch die kompostierbaren Varianten werden in den Kompostieranlagen aussortiert. Manche Bio-Plastik-Optionen wie die oxo-biologisch abbaubaren halten in Sachen Umweltverträglichkeit nicht das, was sie versprechen. Für Papiertüten werden - wenn kein Altpapier verwendet wird - Bäume gefällt.

Dass Hundehaltung einen tiefen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, merkt man - wenn schon nicht bei Fleischkonsum - spätestens bei den Kotbeuteln. In aller Regel kommt nämlich die Plastikvariante zum Einsatz, um die Darmerzeugnisse unserer Lieblinge einzupacken - egal ob kostenlos an Tütenspendern oder kostenpflichtig (aber sehr günstig) im Handel. Plastik ist die erste Wahl - billig, will ich. Dabei besteht der handelsübliche Hundekotbeutel aus Polyethylen, also Erdöl - einer endlichen, nicht nachwachsenden Ressource - und ist weder recyclebar noch biologisch abbaubar. Zum Glück gibt es auf dem Markt zahlreiche Alternativen: Hundetüten aus recycelten PET-Flaschen,  unterschiedliche Varianten von Bio-Plastik und Papier- bzw. Papptüten. Beim näheren Hinsehen stellt sich leider heraus, dass keine der Varianten zu 100% ökologisch ist.



Kurzum: Für einen umweltbewussten Hundehalter wird die Entscheidung für die eine oder andere Tütenvariante zu einem Spießrutenlauf. Denn die ULTIMATIVE ÖKO-TÜTE gibt es (noch) nicht. Dass Du Dich aber mit dem Thema befasst, ist ein Schritt in die richtige Richtung.


WUSSTEST DU....?

  • Von 10.000 Plastiktüten, die in Deutschland pro Minute (!) zum Einsatz kommen, entfallen knapp 4 % auf die Gassisäckchen.
  • Schätzungsweise werden in Deutschland 500 Millionen Kotbeutel pro Jahr verwendet, die meisten landen in Müllverbrennungsanlagen.
  • Nur wenige Kommunen setzen auf Plastik-Alternativen. In Mölln beispielsweise hängen Hundekotbeutel aus Recycling-Karton in den Spendern. Wilhelmshaven und Geesthacht setzen auf kompostierbare Tütchen.
  • Es ist technisch möglich, leicht kompostierbare Gassitüten aus Lebensmittelabfällen herzustellen - wegen der hohen Kosten finden sie aber keinen Abnehmer.
  • In der Natur entsorgt, braucht ein Plastibkeutel etwa 400-500 Jahre, um sich aufzulösen. Dabei gelangt auch Mikroplastik in die Erde und Gewässer.
  • Ein britischer Erfinder hat eine Lampe konzipiert, die Licht aus Hundekot erzeugt. Im Oktober 2018 hat die Tierschutzpartei/Freie Wähler in Düsseldorf die Idee aufgegriffen und dem Stadtrat vorgeschlagen, Straßenlaternen mit Hundekot zu betreiben. Die Stadtverwaltung fand die Idee scheiße.

Im November verlosen wir ein paar sinnvolle Tüten-Alternativen.

  • 4 Packungen á 120 Stück der kompostierbaren Tüten von Organic Dog Life
  • 2 Päckchen á 25 Stück von PooPick: Altpapiergreifer für kontaktlose Kotaufnahme

Das Gewinnspiel läuft 8.-22.11.18. Teilnehmen kannst Du auf Facebook oder Instagram. Zu den Teilnahmebedinungen.


Mehr zum Thema Hundekotbeutel und nachhaltige Hundehaltung findest Du im "Grünen Hund", dem ersten deutschen Ratgeber für umweltbewusste Hundehalter.



Drei Fragen an...

...Christian Salzmann, den Geschäftsführer von PooPick

PooPick Christian Salzmann
Christian Salzmann, 39, Geschäftsführer von PooPick und zweifacher Vater

1. Wie bist Du auf die Idee von PooPick gekommen?
Ich saß mit zwei Kollegen in einem Biergarten und wir sahen draußen einem jungen Mann zu, als er den Haufen seines Hundes mit der Plastiktüte relativ umständlich wegmachte. Dann haben wir
uns dann darüber unterhalten, dass dies doch auch besser gehen müsste, das heißt ohne den Kot anfassen zu müssen und vor allem ohne Plastik.
Ein paar Wochen später hatte Dominik, einer der Kollegen, den PooPick bereits nahezu fertig entwickelt. Aus der damaligen Idee wurde also ein echtes Produkt! Die Ehre der Idee und Entwicklung gebührt also Dominik. Basierend darauf wurde dann das Konzept optimiert, das heißt eine Druckerei ausgesucht, welche möglichst viel Recycling-Papier einsetzt und nachhaltig agiert. Dann kam die Arbeit in der Behindertenwerkstatt dazu, in der jeder einzelne PooPick per Hand gefaltet wird. Uns war eben wichtig, dass wir nicht nur ein besseres Produkt, sondern auch ein nachhaltiges und soziales Produkt auf den Markt bringen.

2. In wie fern ist Papier besser als an Bio-Plastik/Recycling?
Grundsätzlich ist es so, dass sich die Ökobilanz von Produkten verbessert, je höher der Anteil an Recycling-Material ist. Deshalb setzen wir bei dem PooPick 70% Recycling-Papier ein. Dies ist auch FSC-70 zertifiziert. 100% würden das Produkt sehr "labbrig" machen, schließlich wollen wir mit dem PooPick ein stabiles Produkt anbieten, womit eben auch die kontaktlose Kotaufnahme problemlos möglich ist. Allerdings kommen die restlichen 30% an frischem Papier bei uns aus den Resten der Möbelindustrie. Das ist ja auch eine Form des Recyclings.
Das Problem beim Bio-Plastik steckt ja bereits im Namen: es ist immer noch Plastik! Gute Anbieter haben einen Anteil von nachwachsenden Rohstoffen von bis zu 30%. Das ist grundsätzlich schon gut und ein richtiger Ansatz, bedeutet aber eben auch, dass trotzdem noch 70% (oder mehr) Erdöl und Chemie sind. Da die nachwachsenden Rohstoffe auch Ackerfläche belegen und oftmals auch aus fernen Ländern importiert werden, ist dies für uns kein final ökologisches Konzept.

3. PooPick ist zwar zu 100% kompostierbar, mit Kot gefüllt darf es aber trotzdem nur auf dem Restmüll landen. Wozu die ganze Mühe?
Hundekot sollte aus unterschiedlichen Gründen immer verbrannt werden und gehört laut Empfehlung vom Bundesumweltamt und der Deutschen Umwelthilfe in den Hausmüll. Dies gilt für alle Anbieter von Kotentfernungsutensilien - das heißt auch für den PooPick. Bei der Verbrennung von Plastiktüten, auch von Bio-Plastik, werden fossile Energieträger verbrannt (Erdöl), was einen unnötig hohen Ausstoß von CO2 zur Folge hat und somit den Treibhauseffekt ankurbelt. Das gleiche gilt leider natürlich auch für recyceltes Plastik.

Wenn der PooPick verbrennt, dann verbrennt er als reine Biomasse und somit klimaneutral, da er zu 100% aus Naturprodukt Holz besteht. Es wird bei der Verbrennung nur soviel CO2 freigesetzt, wie der Baum in seinem Leben der Atmosphäre entzogen hat. Für den Fall, dass doch jemand den Hundekot in den Wald oder Kompost wirft (was man ja bitte nicht machen sollte), dann ist mit dem PooPick auch garantiert, dass er sich innerhalb weniger Wochen echt zersetzt und auch kein Mikroplastik in die Umwelt gelangen kann.

 


"Wir sind ein kleines und - zumindest im Herzen - jung gebliebenes Team. Wir haben alle jahrelang in der Tiermedizin gearbeitet und kümmern uns nun nicht mehr direkt um Tiere, sondern nun um das, was hinten rauskommt. Gemeinsam versuchen wir unseren Teil dazu beizutragen, dass die Welt etwas plastikfreier wird. Ich bin sehr froh, dass ich meine berufliche Vergangenheit, nun mit meinem Interesse an einer saubereren Welt kombinieren kann und dass wir mit dem PooPick ein tolles Produkt rausgebracht haben."
Christian Salzman