Lexikon: Von Accessoire bis Zertifikate

Wissen rund um Nachhaltigkeit und Hundezubehör

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A

Angora

Angora ist eine weiche und in der Haptik sehr angenehme Naturfaser, die aus dem Fell des langhaarigen Angora-Kaninchens gewonnen wird. Die Produktion von Angora-Wolle geht mit massiven Tierschutz-Verletzungen einher: Die Tiere werden alle drei Monate festgespannt und bei vollem Bewusstsein gerupft oder mit scharfen Messern geschoren. Nicht nur diese Prozedur ist schmerzhaft: Bei Fluchtversuchen kommt es oft zu massiven Verletzungen.

Die Angora-Faser wird wegen ihrer schweißabsorbierenden und wärmeregulierenden Eigenschaften geschätzt und vor allem für Bettwäsche und Tagesdecken, aber auch Unterwäsche und Strumpfhosen verwendet. 90 % der Angora-Wolle kommt aus China, dem Land, das gänzlich ohne Tierschutz-Gesetze auskommt.



B

Bio-Baumwolle

Bio-Stoffe und herkömmliche Textilien unterscheiden sich grundlegend voneinander sowohl beim Anbau als auch bei der Verarbeitung. Bio-Baumwolle, die das GOTS-Zertifikat erhalten hat und die wir bei UNIQUE DOG für unser Hundezubehör verwenden, wurde ohne Pestizide, Insektizide, Herbizide oder Kunst-/Mineraldünger angebaut. Die Samen, die auf Bio-Plantagen verwendet wurden, sind nicht genetisch manipuliert - anders als bei der herkömmlichen Produktion, die hauptsächlich auf genmanipulierte Hybridsamen von Monsanto oder Bayer setzt.

Schaden für die Umwelt verursachen oder recycelt werden können. Die verwendeten Chemikalien werden über eine Kläranlage gefiltert und nicht wie bei der herkömmlichen Produktion in den Entwicklungsländern ungeklärt in die Flüsse geführt. Bei Bio-Bauern und an den weiteren Verarbeitungsstellen - Webfabriken, Färbereien und Konfektionsbetrieben - stimmen auch die Arbeitsbedingungen: Die Arbeitsplätze sind sauber und sicher, die tägliche Arbeitszeit ist auf 8 bis 9 Stunden beschränkt. Kinderarbeit ist selbstverständlich verboten. Die Baumwoll-Produzenten und - Konfektionäre bekommen für ihre Arbeits faire Preise.

Bei der Färbung werden nur Farbstoffe aus der sog. Positivliste angewendet - also Substanzen, die keinen
Mehr Infos: Lebenskleidung



D

Daunen

Daunen sind die unterste Federschicht bei Vögeln. Für die Kleidung werden Daunen hauptsächlich von Enten oder Gänsen verwendet, die in der Regel mehrmals im Jahr gerupft werden. Das Rupfen nach der Schlachtung ergibt lediglich 180 Gramm Füllmaterial. Werden die Tiere aber im Laufe ihres Lebens - vier- bis siebenmal - am lebendigen Leib gerupft und gerauft, produzieren sie bis zu 1300 Gramm Daunen. Da Gänsezuchtbetriebe in Deutschland nicht so verbreitet sind, werden hierzulande nur rund 150 Tonnen Daunen produziert, aber jährlich etwa 16.000 Tonnen Daunen und Federn aus aller Welt importiert. Zu den größten Importeuren gehören China, Frankreich, Polen oder Ungarn, wo die Tiere nicht nur als Feder-Lieferant fungieren, sondern auch unter den bestialischen Stopfleberpraktiken leiden müssen: Viele Betriebe züchten die Tiere nämlich sowohl zur Fleisch- als auch Federproduktion. Wer auf Daunenjacken oder Bettwaren mit Daunen nicht verzichten will, soll nur Produkte wählen, sie aus dem Totrupf stammen.

Mehr Infos: Peta



F

Federn

Federn (aber auch Daunen) stammen hauptsächlich von Enten oder Gänsen. Bei Enten werden Federn ausschließlich nach der Schlachtung entnommen. Im Falle von Gänsen stammen die Federn hauptsächlich von lebendigen Tieren. Die Gänse werden als Küken nach ihrer Farbe getrennt. Graugänse werden über ein Rohr mit bis zu 3 Kilogramm fettigem Maisbrei am Tag zwangsernährt. Auf diese Weise vergrößert sich ihre Leber auf das 6- bis 10-fache. Weiße Gänse werden 4- bis 7-mal gerupft, bevor sie nach dem letzten Schlachtrupf getötet werden. Unabhängig davon, ob man maschinell oder manuell rupft, ist jede Art des Lebendrupfes mit starken Belastungen und oftmals schmerzhaften Verletzungen verbunden. Die Tiere werden gefangen, festgehalten und umgedreht, eine für Vögel ungewohnte und im Allgemeinen lebensbedrohliche Position. Beim Rupfen werden auch die innervierten Federn mit ausgerissen und damit schmerzende Wunden verursacht.

Neben dem bestialischen Lebendrupf wird auch noch der Totrupf praktiziert: Die Daunen werden erst nach der Schlachtung des Tieres entfern - es muss keine Qualen des Rupfens erleiden.

Will man nicht auf Daunenjacken oder Bettwaren mit Daunen verzichten, soll man nur zu Produkten greifen, bei denen Daunen geschlachteter Tiere verwendet werden. Die Federn und Daunen sollen auch nicht aus Ländern stammen, in denen die Stopfleberproduktion erlaubt ist.
Der Verband der Europäischen Bettfedern- und Bettwarenindustrie e.V. gibt Auskuft darüber, wo man Artikel beziehen kann, die garantiert nur mit Federn von geschlachteten Tieren gefüllt wurden. (s. www.edfa.eu)



H

Hirsesschalen

Hirseschalen - auch Hirsespelzen genannt - entstehen bei Entspelzung des Hirsekorns und bleiben auch bei längerem Gebrauch formstabil und natürlich elastisch. Der Hirsespelz, den wir für unsere Hundebetten verwenden, wird weder beim Anbau noch in der Verarbeitung mit Pflanzenschutzmitteln behandelt.



K

Kaschmir

Auch als Kaschmirwolle oder Cashmer bekannt, ist eine sehr feine und weiche Naturfaser. Sie stammt aus dem Unterfell der schlappohrigen Kaschmir-Ziege und wird durch Scheren gewonnen, teilweise aber auch ohne Rücksicht auf die Tiere mit Drahtbürsten aus ihrem Fell ausgerupft. Nur 20 - 50 % der Ziegleine haben Fell, das den hohen Ansprüchen an die teure Kaschmirwolle genügt. 50–80 % der neugeborenen Tiere, deren Fell ungeeignet ist, werden meist getötet.


Kompostierbares Plastik

Naturlatex oder Naturkautschuk wird aus der Milch des Kautschukbaumes durch sein Anritzen  gewonnen. Es ist also ein natürlich nachwachsender Rohstoff. Naturlatex besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser und zu etwa 30 Prozent aus Kautschuk, enthält zudem verschiedene Harze, Eiweiße und Mineralstoffe. Als äußerst flexibles und druckbeständiges Material eignet sich Naturlatex  besonders gut für die Verwendung in Matratzen und Hundebetten bestens geeignet. Das Material reagiert besonders punktelastisch und flexibel auf Körperdruck und unterstützt somit eine ergonomisch korrekte Haltung der Wirbelsäule. Fair gehandelte Produkte tragen das Gütesiegel des Fair Rubber e.V. Es ist ein Verein zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der  Gummizapfer, Plantagenarbeiter und Kleinbauern, die eine Fair Trade-Prämie erhalten.
Der Anbau der Kautschukbäume und die traditionelle Art der Ernte finden auf Plantagen in Thailand, Indonesien und Malaysia sowie Elfenbeinküste und Nigeria statt. Viel nachhaltige ist allerdings die sogenannte Sammelproduktion in Süd- und Mittelamerika, wo die Kautschukbäume in Nutzreservaten zur Ernte genutzt werden dürfen.
Um 1900 stellte der russische Chemiker Iwan Kondakow den ersten vollsynthetischen Kautschuk her. Das erste Patent zur Herstellung von synthetischem Latex erhielt 1909 der deutsche Chemiker und Apotheker Fritz Hoffmann. Heute deckt der synthetische Kazutschuk etwa 60 Prozent des weltweiten Latex-Bed

 

Seit einigen Jahrzehnten greift die Industrie international auf die Herstellung von kompostierbarem Plastik zurück. Allerdings ist die Öko-Bilanz zwischen herkömmlichem Kunststoff und kompostierbaren Plastik zurzeit leider noch vergleichbar. Problematisch bei Bioplastik ist vor allem der Maisanbau, darunter leiden die Böden und das Klima wegen CO₂-Ausstoß beimTransporte.

  • biologisch abbaubares Plastik

Plastiktüten, die das Label "Bioplastik" tragen, können aus unterschiedlichen  Rohstoffen  bestehen:
- entweder werden die Kunststoffe auf Mineralölbasis chemisch so aufgebaut, dass sie als Abfall durch Bakterien mit Hilfe von Sonnenlicht und  Wasser zersetzt
- oder sie bestehen aus nachwachsenden  Rohstoffen  wie  Maisstärke  oder Milchsäure, die dann durch
biologische Prozesse zersetzt werden können. Ob sich Bioplastik genauso leicht wie eine Pflanze abbaut, ist noch nicht erwiesen. Die "Plantbottle", die Coca Cola zeitweilig bewarb, bestand aus Mais und Zuckerrüben, zersetzte sich jedoch genauso schlecht wie eine herkömmliche PET-Flasche aus Erdöl.

  • kompostierbares Plastik

Als kompostierbar deklariertes Plastik kann sich wirklich zu Kompost aufzulösen. Laut Industrienorm 13432 dürfen nach drei Monaten in einer industriellen Kompostierung höchstens 10 % der Tütenreste größer als zwei Millimeter sein. Dies funktioniert allerdings nur in speziellen Kompostiergroßanlagen: Die herkömmlichen Kompostanlagen können nicht zwischen konventionell hergestelltem Plastik und Biokunststoffen unterscheiden. Aus diesem Grund wird auch Kompost-Plastik - zusammen mit anderen "Fremdstoffen" - aussortiert und mit dem herkömmlichen Kunststoff verbrannt. Das betrifft leider auch kompostierbare Kottüten - trotzdem sind wir der Meinung, dass es ökologisch sinnvoller ist, diese statt der herkömmlichen Kunststoff-Kotbeutel zu verwenden: Die kompostierbaren Tüten zersetzen sich, wenn sie irgendwo in der Natur liegen gelassen werden. Und sollten sie doch verbrannt werden, entstehen dabei keine Giftstoffe, lediglich Kohlendioxid, das auch während der Kompostierung freigesetzt wird. Am schnellsten verrottet das Kopost-Plastik in der 60 Grad warmen Industriekompostierung. Im Meer vermodern die Biotüten leider gar nicht.



L

Leder

Leder ist Tierhaut, die durch Gerbung haltbar gemacht und größtenteils in asiatischen Billiglohn-Ländern hergestellt wird. Leder ist leider kein Abfallprodukt der Fleischindustrie mehr: Aufgrund der steigenden Nachfrage dienen 40 % aller Schlachtungen weltweit ausschließlich der Lederindustrie. Die Transport- und Tötungsbedingungen sind meist schockierend:

Herkömmliche Lederproduktion zieht allerdings nicht nur das Tierleiden nach sich, sondern ist häufig mit giftigen Chemikalien belastet. Beim Gerben können enorme Mengen an Giftstoffen, hauptsächlich Chrom III-Salze freigesetzt werden, die zusammen mit gelösten Schwermetallen über das Abwasser in die Umwelt und in die Körper der Arbeiter gelangen. Die Chrom-Verbindungen haben ein hohes Allergiepotenzial und gelten als krebserregend, sind also potenziell gefährlich auch für die Träger.

Wer nicht ganz auf Leder verzichten will, soll deswegen zum pflanzlich gegerbten Leder greifen. Die pflanzliche Gerbung ist etwas langwieriger und damit teurer als die chemische, aber deutlich schonender für die Umwelt und sicherer für den Verbraucher. Für das pflanzlich oder vegetabil gegerbtes Leder werden natürliche Gerbstoffe verwendet, wie Rhabarberwurzeln, Eichenrinde, Mimosarinde, Quebrachoholz oder Tara-Schoten.

Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) hat strenge Richtlinien für die Lederherstellung entwickelt, die dem Verbraucher erlauben, umwelt- und tierfreundlich hergestelltes Leder zu identifizieren. Das IVN-zertifizierte Naturleder entsteht als Nebenprodukt in der Fleischgewinnung, die verarbeitenden Betriebe müssen ihr Abwasser gründlich reinigen, Chromgerbung ist nicht erlaubt, Farbstoffe müssen schwermetallfrei und möglichst pflanzlich sein. Zudem müssen strenge Sozialstandards in der Produktion eingehalten werden.



M

Microsuede

Microsuede ähnelt Nubuk oder Veloursleder, ist aber ein High-Tech-Produkt aus fein verwobener Polyesterfaser auf einem Strukturgewebe aus Baumwolle. Das hochwertige Microfaser-Material ist weich und sehr angenehm in der Haptik, dennoch äußerst robust und langlebig. Es lässt sich leicht pflegen und hat atmungsaktive Eigenschaften. Im Gegensatz zu Veloursleder entstehen auf Microsuede keine Wasserränder. Der Stoff eignet sich perfekt für Hundedecken outdoor.



N

Naturlatex

Naturlatex oder Naturkautschuk wird aus der Milch des Kautschukbaumes durch sein Anritzen  gewonnen. Es ist also ein natürlich nachwachsender Rohstoff. Naturlatex besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser und zu etwa 30 Prozent aus Kautschuk, enthält zudem verschiedene Harze, Eiweiße und Mineralstoffe.
Als äußerst flexibles und druckbeständiges Material eignet sich Naturlatex besonders gut für die Verwendung in Matratzen und Hundebetten bestens geeignet. Das Material reagiert besonders punktelastisch und flexibel auf Körperdruck und unterstützt somit eine ergonomisch korrekte Haltung der Wirbelsäule. Fair gehandelte Produkte tragen das Gütesiegel des Fair Rubber e. V. Es ist ein Verein zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der  Gummizapfer, Plantagenarbeiter und Kleinbauern, die eine Fair Trade-Prämie erhalten.
Der Anbau der Kautschukbäume und die traditionelle Art der Ernte finden auf Plantagen in Thailand, Indonesien und Malaysia sowie Elfenbeinküste und Nigeria statt. Viel nachhaltige ist allerdings die sogenannte Sammelproduktion in Süd- und Mittelamerika, wo die Kautschukbäume in Nutzreservaten zur Ernte genutzt werden dürfen.
Um 1900 stellte der russische Chemiker Iwan Kondakow den ersten vollsynthetischen Kautschuk her. Das erste Patent zur Herstellung von synthetischem Latex erhielt 1909 der deutsche Chemiker und Apotheker Fritz Hoffmann. Heute deckt der synthetische Kazutschuk etwa 60 Prozent des weltweiten Latex-Bed



P

Pelz

Pelz wird aus dem dichten Fell bestimmter Tiere (z. B. Nerze, Füchse, Chinchilla u. a.) gefertigt und für Kleidungsstücke (Pelzmäntel, -jacken) oder Kleidungselemente (Kragen, Bommel, Verzierung, Besatz oder Innenschaft der Schuhe) verwendet. 85 % der Häute stammen von Tieren, die auf Pelzfarmen gefangen gehalten werden. Die Tiere werden meist unter erniedrigendsten Bedingungen, in dreckigen, winzigen Käfigen gehalten und dann erschlagen, mit Elektroschocks im genitalen oder analen Bereich (um Schäden am Pelz zu vermeiden) getötet oder lebendig gehäutet. 80 Prozent aller Pelzprodukte kommen aus China, wo es mangels Tierschutzgesetzen keine Strafen für Personen gibt, die Tiere auf Pelzfarmen misshandeln. In freier Wildbahn werden Tiere in der Regel mit Fangeisen gefangen und sterben quallvoll an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen. Manche Tiere beißen sich sogar die eingeklemmten Pfoten ab.

Nachdem ein Tier getötet wurde, behandelt man die Haut mit giftigen Chemikalien, wie Schwefelsäure, Ammoniumchlorid oder Bleiazetate, um ein Zersetzen oder Schimmeln zu verhindern.


Plastik

Plastik, umgangssprachlich für Kunststoff stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich die geformte/formende Kunst. Heutzutage ist das vielmehr die Kunst der Umweltverschmutzung geworden. Kunststoffe können rein sythetischer oder halbsynthetischer Natur sein.

  • Herkömmliches, also synthetisches Plastik wird aus Erdöl, Kohle und Erdgas gewonnen, einer knapper und immer teurer werdenden Ressource. Zurzeit landet jedes Jehr allein in Deutschland etwa 5,5 Millionen Tonnen Kunststoff auf dem Müll.
  • Halbsynthetische Kunststoffe werden durch Modifikation natürlicher Polymere wie Zellulid hergestellt.

Synthetisches Plastik als Katzen- oder Hundezubehör ist nicht nur wegen des nicht erneuerbaren Rohstoffs Erdöl und der fortschreitenden Umweltverschmutzung durch Plastik-Müll bedenklich. Die zur Herstellung herkömmlicher Haustier-Accessoires verwendeten Chemikalien sind extrem giftig. Besonders bedenklich sind dabei hormonell wirksame Substanzen wie Weichmacher (Phthalate), Bisphenol A (BPA), bromierte  Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen. Gerade im Fall von Spielzeug können die Zusatzstoffe, die direkt durch die Schleimhäuteim Maul aufgenommen werden, giftig wirken.

Download
"Achtung Plastik"
Eine Broschüre des BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
bund-achtung-plastik-broschuere.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.7 MB


R

Recycling

Praktische Wiederverwendung: Das Prinzip von Recycling basiert darauf, Abfall in den Wirtschaftsprozess zurückzuführen und aus den Sekundarrohstoffen neue Produkte herzustellen. Für die Wiederverwertung kommen dabei Teile des Hausmülls als auch Industrieabfälle in Frage. Rückgewonnen werden vor allem Papier, Glas, Kunststoff, Batterien, Altöl, Metall und Elektronikschrott. Bei Kunststoffen kommt es dabei zu einem Qualitätsverlust gegenüber den Ausgangsstoffen - man spricht von Downcycling. Glas, Stahl, Kupfer oder Aluminium behalten dagegen die gleichen Eigenschaften und können ohne Qualitätsverlust beliebig oft recycelt werden. Beim Recycling braucht man in der Regel weniger Energie, weniger Wasser und weniger Chemikalien als für die Primärerzeugung. Auch die zunehmenden Abfallmengen sowie knapper werdende Rohstoffe und Energie sprechen für Recycling.



S

Seide

Seide stammt von Seidenraupen, dei ihre Kokons aus Seidenfasern weben. Damit die Industrie diese Fasern nutzen kann, werden die Raupen lebend mit kochendem Wasser verbrüht. Für eine einzige Bluse müssen etwa 2.500 Raupen sterben.



T

Tenside

Tenside sind waschaktive Substanzen, die Fett und Wasser verbinden. Dank Tensiden werden Fette und Öle benetzt, von Haaren (oder Textilien) abgelöst und gelangen als winzigkleine Fetttröpfchen ins Wasser. Ein Tensidmolekül hat ein wasserfreundliches (hydrophiles) und ein hydrophobes, also ein in Wasser nicht lösliches Ende. Die hydrophoben Enden sammeln sich um Schmutzteilchen (z. B. Fett) und bilden drum herum eine Art Hülle. Die hydrophilen Enden der Moleküle verbinden sich mit dem Putzwasser. So entstehen „Schmutzteilchen mit Tensidhüllen“, die sich im Wasser lösen. Man unterscheidet nichtionische, anionische, kationische und amphotere Tenside. Der Kopf eines Tensidmoleküls besteht aus geladenen Teilchen. Anionische Tenside haben einen negativ, kationische Tenside einen positiv geladenen Kopf. Bei nichtionischen Tensiden tragen die Köpfe keine Ladung.

Anionische Tenside haben die höchste Waschkraft, in konventionellen Hundeshamposs kommen allerings nur synthetische, als erdölbasierte Tenside zum Einsatz. Dadurch wird nicht nur die knappe Ressource Erdöl verschwendet, sondern auch die Umwelt belastet. Für Wasserorganismen können die Substanzen toxisch sein und für die Hunde-, aber auch Menschenhaut sind sie sehr bedenklich. Anionische Tenside trocknen Haut und Schleimhäute aus und machen sie so anfälliger für Allergien und Ausschläge. Zu anionischen Tensiden gehören:

  • Sodium Lauryl Sulfat (SLS), synthetisch und sehr aggressiv, gilt als häufiges Hautallergen und wirkt stark irritierend
  • Ammonium Lauryl Sulfat (ALS), ein natürliches, aber scharfes, sehr allergenes Tensid, das häufig zu Hautirritationen und starken Schleimhautreizungen führt. ALS besteht aus Laurylsäure, Schwefeltrioxid und Ammoniak, ist etwas weniger reizend als SLS, kann die Haut aber stärker austrocknen
  • Sodium Laureth Sulfate (SLeS): synthetisch, nicht so aggressiv wie SLS, kann aber die Haut sehr stark austrocknen.
  • Sodium Myreth Sulfat, ein synthetisches Tensid. Wirkt etwas milder als SLS und SLeS.
  • MIPA-Laureth Sulfat, basiert auf PEG (Polyethylenglykol, milder als SLeS, kann für empfindliche Kopfhaut immer noch zu aggressiv sein.

Nichtionische Tenside sind biologisch gut abbaubar, hautfreundlicher als anionische Tenside und weniger wasserhärteempfindlich. Zu ihnen zählen die so genannten Zucker-Tenside, die vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können. Leider wird dafür überwiegend Palmöl verwendet und die wachsende Nachfrage nach Palmöl hat massive Abholzung von Regenwald zur Folge. Nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau oder palmölfreie Pflegemittel sind vertretbar. Zu nichtionischen Tensiden gehört

auch Natrium-Kokos-Sulfat, ein natürliches, aber nicht sehr mildes Tensid. In Kombination mit den richtigen Rückfettern und Pfegestoffe kann man mit ihm auch milde Shampoos kreieren.



U

Upcycling

Stilvolle Müllvermeidung: Ähnliche wie beim Recycling geht es beim Upcycling um Müllvermeidung. Allerdings wird beim Upcycling ein Produkt aufgewertet in den Kreislauf zurückgebracht: Aus Abfällen wird etwas Höherwertiges kreiert. Der Energiebedarf ist hier in der Regel noch viel niedriger als beim Recycling. Die meisten Abfall-Produkte werden nämlich einfach umfunktioniert, ohne komplizierte chemische oder mechanische Verfahren: Aus Kronkorken werden Ohrringe, aus Fahrradschlauch entstehen Taschen, Kaffeesäcke bekommen ihre zweite Chance als Hüte, alte Weinkisten werden als Regale verwendet. SECOND HOUND rettet unter anderem ausrangierte Regenschirme: Deren wasserabwesender Stoff eignet sich optimal als Futterstoff für Leckerlitaschen. Eine Ausnahme bilden hier beispielsweise Hundebetten mit Füllstoff aus recycelten PET-Flaschen, die energetisch etwas anspruchsvoller sind als ein kreatives Umfunktionieren von Abfällen.



V

Vegane Mode

Ein veganer Lebensstil betrifft in der Regel nicht nur den Ernährungsplan, sondern auch die Kleidung. Konsequent vegan lebende Menschen verzichten auf Lebensmittel tierischen Ursprungs, achten aber auch bei der Mode auf rein pflanzliche Rohstoffe - die nicht nur tier-, sondern auch umweltfreundliche sind -. oder chemisch hergestellte Stoffe. Zu den tierischen Bestandteilen, die in der Kleidung oder auch Katzen- bzw. Hundezubehör vorkommen können, gehören: Angora, Federn, Horn, Kaschmir, Leder, Pelz, Perlmutt, Seide oder Wolle.



W

Wolle

Ein Großteil der Wolle kommt von Merino-Schafen aus Australien und Neuseeland oder von südamerikanischen Alpakas / Lamas. Die Wolle der deutschen Schafe entspricht meist nicht den Ansprüchen des Marktes und landet in der Regel auf dem Müll.
Bei der Schur werden die Tiere oft misshandelt und erleiden schwerste Verletzungen. Aber auch das sogenannte Mulesing ist extrem schmerzhaft: Dabei wird den Merino-Schafen das Fleisch rund um den Schwanz völlig ohne Betäubung entfernt. Das grausame Verfahren soll Fliegenbefall verhindern, der allerdings gerade durch die extreme Züchtung zustande gekommen ist. Bei der Prozedur entzünden sich die großen offenen Wunden oft, bevor sie abheilen können.



Z

Zertifikate

Es gibt eine Reihe von Textil-Zertifikaten, die für unterschiedliche Eigenschaften der Stoffe stehen.

GOTS (Global Organic Textile Standard) ist der weltweit anerkannte Bio-Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Ein GOTS-Zertifikat umfasst alle Arbeitsschritte bzw. Verarbeitungsstufen vom Anbau der Baumwolle bis zur Fertigstellung eines Textils.

 

Öko-Tex® Standard 100 ist ein Zertifikat für Textilien aller Verarbeitungsstufen, das Garnen, Gewebe, Strick, Bekleidung, Heim- und Haustextilien, Bettwäsche oder Spielwaren ihre Schadstoff-Freiheit bescheinigt. Die Anforderungen der Schadstoffprüfungen, diktiert von der „Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie“ (Öko-Tex) gehen deutlich über bestehende nationale Gesetze hinaus.
Voraussetzung für die Zertifizierung textiler Produkte nach OEKO-TEX® Standard 100 ist, dass sämtliche Bestandteile eines Artikels ausnahmslos den geforderten Kriterien entsprechen: Das betrifft neben dem eigentlichen Stoff auch die Garne, Einlagen, Drucke oder auch nicht-textiles Zubehör wie Knöpfe, Reißverschlüsse, Nieten.